Yaskawa Electric ist ein am 16. Juli 1915 gegründetes japanisches Unternehmen mit Sitz in Kitakyushu (Präfektur Fukuoka). Yaskawa stellt Servoantriebe, Bewegungssteuerungen, Frequenzumrichter, Schaltgeräte und Industrieroboter her und zählt zu den führenden Anbietern von Antriebs- und Automatisierungstechnik. Repräsentativer Direktor und Präsident ist Masahiro Ogawa.
Drei Geschäftssegmente
Laut Konzernberichten gliedert sich Yaskawa in drei Segmente: Motion Control (Servomotoren, Steuerungen, Frequenzumrichter), Robotics (Industrieroboter) und System Engineering (Automatisierungsantriebe und Anlagensysteme für die Industrie). Im Geschäftsjahr bis Februar 2024 erzielte Motion Control 269,4 Mrd. Yen externen Umsatz, Robotics 234,7 Mrd. Yen und System Engineering 46,1 Mrd. Yen; seit dem Folgejahr ist das Photovoltaik-Wechselrichter-Geschäft vom Segment System Engineering in Motion Control eingegliedert. Das Kapital des Konzerns beträgt 30,6 Mrd. Yen, gehalten von rund 41.080 Aktionären.
Robotik
Unter der Marke Motoman fertigt Yaskawa Industrieroboter für Schweißen, Verpacken, Montage, Beschichtung, Schneiden, Materialhandhabung und allgemeine Automatisierung. Zusammen mit den firmeneigenen Servomotoren und Umrichtern bietet Yaskawa damit die zentralen Antriebskomponenten moderner Roboterzellen aus einer Hand. Yaskawa zählt neben Fanuc, ABB, KUKA und Kawasaki Heavy Industries zu den weltweit führenden Industrierobotik-Herstellern; die japanischen "Big Five" – Fanuc, Yaskawa, Kawasaki, DENSO und Mitsubishi Electric – stehen zusammen für über 40 % der weltweiten Roboterauslieferungen.
Kennzahlen
Für das Geschäftsjahr bis 28. Februar 2026 meldete Yaskawa einen Konzernumsatz von 542,1 Mrd. Yen (+0,8 %), einen operativen Gewinn von 47,3 Mrd. Yen (-5,7 %) und einen den Anteilseignern zurechenbaren Gewinn von 35,2 Mrd. Yen (-38,2 %); die Bilanzsumme lag bei 812,4 Mrd. Yen, das Eigenkapital bei 493,6 Mrd. Yen. Für das Vorjahr (bis Februar 2025) lagen Umsatz und operativer Gewinn bei 537,7 Mrd. bzw. 50,2 Mrd. Yen. Für das Geschäftsjahr bis Februar 2027 rechnet Yaskawa mit einem Umsatzanstieg auf 580 Mrd. Yen (+7,0 %) und einem operativen Gewinn von 60 Mrd. Yen (+26,8 %), getrieben von robuster Nachfrage aus KI- und Halbleitermärkten. Der Konzern beschäftigte zum 28. Februar 2025 konsolidiert 12.833 Mitarbeitende an 28 Produktionsstandorten in 12 Ländern und ist in 30 Ländern aktiv. Die Aktie wird an der Tokioter und der Fukuoka-Börse unter dem Code 6506 gehandelt.
Zwei starke Standbeine
Yaskawa stützt sich auf zwei eng verwandte Geschäftsfelder: die Antriebstechnik (Motion Control) mit Servoantrieben und Frequenzumrichtern sowie die Robotik unter der Marke Motoman. Da Yaskawa die zentralen Antriebskomponenten selbst herstellt, kann das Unternehmen Roboter und Bewegungssteuerung aus einer Hand anbieten – ein Vorteil bei präzisen, dynamischen Anwendungen. Für das Geschäftsjahr bis Februar 2026 zahlte Yaskawa eine Dividende von 68 Yen je Aktie bei einer Ausschüttungsquote von 50 %.
Einbettung in globale Trends
Die Produkte von Yaskawa kommen in der Automobil-, Elektronik- und Halbleiterindustrie ebenso zum Einsatz wie in erneuerbaren Energien, etwa bei Umrichtern für Wind- und Solaranlagen. Laut Geschäftsbericht erholte sich der Halbleitermarkt in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres 2025/26 spürbar, angetrieben von KI-bezogenen Investitionen, während die Robotics-Sparte unter schwacher Investitionsneigung der Automobilindustrie litt. Als Anbieter von Investitionsgütern ist auch Yaskawa von der Industriekonjunktur abhängig, profitiert zugleich aber von langfristigen Trends wie zunehmender Fertigungsautomatisierung und wachsendem Bedarf an energieeffizienter Antriebstechnik. In der Servotechnik zählt Yaskawa nach eigener Darstellung zu den führenden Anbietern weltweit.
Dieses Profil dient der neutralen Einordnung und ist keine Anlageempfehlung.