ABB ist ein 1988 gegründeter Technologiekonzern mit Sitz in Zürich, Schweiz, der in Elektrifizierung, Automatisierung, Antriebstechnik und Robotik tätig ist. Das Unternehmen entstand aus der Fusion der schwedischen ASEA und der Schweizer BBC Brown Boveri; laut Wikipedia hatte der neue Konzern beim Zusammenschluss rund 15 Mrd. US-Dollar Umsatz und 160.000 Beschäftigte. Heute gehört ABB zu den weltweit führenden Anbietern industrieller Automatisierung.
Vier Geschäftsbereiche
ABB gliedert sich in vier Divisionen: Electrification (Produkte und Dienstleistungen „von der Trafostation bis zur Steckdose", laut Wikipedia nach der GE-Industrial-Solutions-Übernahme 2018 die weltweite Nummer 2), Motion (Elektromotoren, Generatoren, Antriebe und digitale Antriebsstrangtechnik, laut Wikipedia globaler Marktführer), Process Automation (Automatisierungs- und Digitallösungen für Prozess-, Hybrid- und Schifffahrtsindustrien) sowie Robotics & Discrete Automation.
Robotik
Die Robotiksparte reicht von klassischen Industrierobotern bis zu Cobots und autonomen mobilen Robotern (AMR). Meilensteine laut Wikipedia: der IRB 6000 (1991, erster modularer Roboter, Punktschweißen), der Delta-Roboter FlexPicker (1998, Pick-and-Place) und der Cobot YuMi (2014, kollaborativer Zweiarm-Roboter). 2021 ergänzte ABB die Cobot-Familien GoFa (bis 5 kg Traglast, 950 mm Reichweite, bis 2,2 m/s) und SWIFTI (bis 4 kg Traglast, bis 5 m/s, basierend auf dem IRB 1100). Mit der 2021 für rund 190 Mio. US-Dollar übernommenen spanischen ASTI Mobile Robotics Group (Burgos) stieg ABB in AMRs ein; die Flexley-Tug-Reihe zieht Wagen in der Intralogistik. Laut Wikipedia hat ABB weltweit über 300.000 Roboter installiert.
Verkauf der Robotiksparte an SoftBank
Im Oktober 2025 vereinbarte ABB den Verkauf der gesamten Robotics-Division an die japanische SoftBank Group für rund 5,375 Mrd. US-Dollar. Die Sparte beschäftigt etwa 7.000 Menschen und erzielte 2024 rund 2,28 Mrd. US-Dollar Umsatz (rund 7 % des Konzernumsatzes). Der Abschluss wird vorbehaltlich behördlicher Freigaben in der EU, China und den USA für Mitte bis Ende 2026 erwartet. SoftBank-Gründer Masayoshi Son bezeichnete den Deal als Schritt in Richtung „Physical AI"; ABB-CEO Morten Wierod sprach von einem „exzellenten neuen Zuhause" für Geschäft und Mitarbeitende. Nach Vollzug wird ABB als reiner Anbieter von Elektrifizierung, Antriebstechnik und Prozessautomation ohne eigene Robotersparte firmieren.
Kennzahlen
Wikipedia nennt für ABB rund 112.000 Beschäftigte, einen Umsatz von rund 33,2 Mrd. US-Dollar sowie einen Reingewinn von rund 3,93 Mrd. US-Dollar und ein Betriebsergebnis von rund 5,07 Mrd. US-Dollar. Vorstandsvorsitzender ist Morten Wierod (seit August 2024), Verwaltungsratspräsident Peter Voser. Die Aktie ist an der SIX Swiss Exchange (ABBN, ISIN CH0012221716) sowie an der Nasdaq Stockholm notiert und Bestandteil des Swiss Market Index (SMI).
Trend zur flexiblen Fertigung
Der Konzern positioniert sich am Trend zu flexiblerer, stärker softwaregestützter Produktion: Roboterhardware wird mit Steuerungssoftware, Simulation (RobotStudio) und teils KI-basierten Funktionen kombiniert, um Anlagen schneller umzurüsten und Qualität automatisiert zu prüfen. Als global aufgestelltes Industrieunternehmen ist ABB von Investitionszyklen seiner Kunden, von Konjunktur und von Lieferketten abhängig; die Nachfrage nach Automatisierung wird häufig mit Arbeitskräftemangel und der Rückverlagerung von Produktion in Verbindung gebracht.
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