Lovable ist eine KI-gestützte Full-Stack-Entwicklungsplattform, mit der sich aus einfachen Text-Prompts vollständige Webanwendungen erzeugen lassen: Frontend, Backend, Datenbank und Authentifizierung entstehen automatisch und lassen sich live im Browser ansehen, per Chat weiter anpassen und mit einem Klick veröffentlichen.
Herkunft und Unternehmen
Ursprung der Plattform ist gpt-engineer, ein Open-Source-Projekt, das Mitte 2023 startete und sich zu einem der am schnellsten wachsenden Repositories auf GitHub entwickelte, mit über 50.000 Stars. Die Gründer Anton Osika und Fabian Hedin bauten daraus zunächst die kommerzielle Web-Version gptengineer.app für nicht-technische Nutzer, bevor sie das Produkt Ende 2023 in Stockholm, Schweden, unter dem Namen Lovable neu aufstellten. Der Namenswechsel sollte Verwechslungen zwischen dem Open-Source-Werkzeug und der kommerziellen Plattform vermeiden und die Mission unterstreichen, Softwareentwicklung angenehmer zu gestalten. Das Wachstum war beachtlich: Anfang 2025 verzeichnete Lovable nach Presseangaben rund 500.000 Nutzer, die täglich mehr als 25.000 neue Produkte erstellten, etwa 17 Millionen US-Dollar wiederkehrenden Jahresumsatz und 30.000 zahlende Kunden. Zur Finanzierung dieses Wachstums sammelte das Unternehmen eine Pre-Series-A-Runde von 15 Millionen US-Dollar unter Führung von Creandum ein, nachdem zuvor bereits 6,8 Millionen Euro in einer Pre-Seed-Runde geflossen waren.
Funktionsumfang
Nutzer beschreiben ihr gewünschtes Projekt in Textform, oder laden einen Screenshot beziehungsweise eine Spezifikation hoch, und Lovable baut daraus in Echtzeit einen funktionierenden Prototyp. Der generierte Code bleibt real und bearbeitbar; über eine GitHub-Synchronisierung behalten Teams die volle Kontrolle über den Quellcode und können außerhalb der Plattform weiterentwickeln. Für den schnellen Einstieg bietet Lovable eine Bibliothek fertiger Vorlagen, etwa für Onlineshops, Habit-Tracker, Portfolios oder Blogs, unterstützt Integrationskonnektoren sowie Model-Context-Protocol-Server (MCP) zur Anbindung externer Werkzeuge und ist zusätzlich als Desktop-Anwendung verfügbar. Für den Enterprise-Einsatz weist Lovable Zertifizierungen nach SOC 2 Type II und ISO 27001:2022 sowie DSGVO-Konformität aus und bietet rollenbasierte Berechtigungen auf Workspace-Ebene, Zwei-Faktor-Authentifizierung, Single Sign-on und SCIM-Provisionierung, Funktionen, die die Plattform auch für größere, regulierte Organisationen einsatzfähig machen sollen.
Preismodell
Lovable rechnet nicht nach Sitzplätzen ab, sondern über ein Credit-System, sodass Workspaces beliebig viele Mitglieder aufnehmen können, ohne dass sich der Preis ändert. Der kostenlose Plan gewährt bis zu 30 Build-Credits im Monat (5 pro Tag) plus monatliche Cloud-Credits und eignet sich zum Ausprobieren oder für kleine Projekte. Der Pro-Plan startet bei 25 US-Dollar im Monat (bei jährlicher Zahlung rund 21 US-Dollar) für mindestens 100 Credits monatlich und bringt eigene Domains, die Entfernung des Lovable-Badges sowie die Übertragung ungenutzter Credits mit. Der Business-Plan beginnt bei 50 US-Dollar im Monat und ergänzt Team-Funktionen wie Single Sign-on, ein Opt-out vom Modelltraining mit eigenen Daten sowie nutzerbezogene Credit-Limits. Einzelne Aktionen, etwa ein Styling-Fix oder das Hinzufügen einer Authentifizierung, verbrauchen jeweils nur Bruchteile eines Credits, nicht volle Nachrichten-Credits.
Zielgruppe
Lovable richtet sich an eine breite Nutzerschaft: Produktmanager, Designer, Marketer und Gründer, die eine Idee ohne Entwicklerteam in einen funktionsfähigen Prototyp verwandeln wollen, ebenso wie Vertriebs- und Operations-Teams, die interne Tools automatisieren. Über ein Rabattprogramm adressiert die Plattform zudem Studierende, während Enterprise-Kunden von Governance-Funktionen, Sicherheitszertifizierungen und Teamverwaltung profitieren. Im Kern will Lovable die Distanz zwischen einer Idee und einer live einsatzbereiten Anwendung sowohl für technisch unerfahrene Kreative als auch für Produktteams in größeren Unternehmen deutlich verkürzen.