Jules ist Googles autonomer, auf Gemini basierender Coding-Agent, der sich mit einem GitHub-Repository verbindet, für eine beschriebene Aufgabe selbst einen Lösungsweg plant, einen Code-Diff erstellt und einen Pull Request zur Prüfung eröffnet — statt Schritt für Schritt im Editor mitzuarbeiten.
Hersteller
Jules wird von Google gebaut und nutzt Gemini-Modelle zur Planung und Code-Erstellung. Das Tool ist auf asynchrones Arbeiten ausgelegt: Eine Aufgabe wie ein Bugfix, ein Dependency-Update oder eine Framework-Migration wird übergeben, und Jules bearbeitet sie im Hintergrund, während man selbst an anderem weiterarbeitet.
Funktionsumfang
- GitHub-natives Vorgehen: Ein Repository wird ausgewählt, die Aufgabe beschrieben, und Jules erstellt zunächst einen Plan, dann einen Diff, dann einen Pull Request.
- Autonome Planung: Jules erarbeitet mit Gemini selbstständig einen Lösungsweg, bevor Code geschrieben wird, statt jeden Einzelschritt vorgeben zu müssen.
- Hintergrund-/Async-Ausführung: Aufgaben laufen, ohne die eigene Arbeit zu blockieren; Diff und PR werden geprüft, sobald sie fertig sind.
- Typische Einsatzfälle: Bugfixes, Dependency- und Framework-Updates sowie allgemeine Feature- oder Testarbeiten, die als abgeschlossene Aufgabe delegiert werden.
Preise
Jules gibt es in drei Stufen, die sich vor allem in täglichem Aufgabenvolumen, Parallelität und Modellzugriff unterscheiden, nicht im Funktionsumfang:
- Jules (kostenlos): 15 Aufgaben pro rollierendem 24-Stunden-Fenster, 3 parallele Aufgaben, auf Basis von Gemini 2.5 Pro — von Google für das Ausprobieren an echten Aufgaben gedacht.
- Jules Pro: 100 Aufgaben pro rollierendem 24-Stunden-Fenster, 15 parallele Aufgaben, mit höherem Zugriff auf das jeweils neueste Modell, beginnend mit Gemini 3 Pro; freigeschaltet über ein Google-AI-Pro-Abo statt als eigenständiger Jules-Plan verkauft.
- Jules Ultra: 300 Aufgaben pro rollierendem 24-Stunden-Fenster, 60 parallele Aufgaben, mit priorisiertem Zugriff auf das jeweils neueste Modell, beginnend mit Gemini 3 Pro; freigeschaltet über ein Google-AI-Ultra-Abo.
- Die bezahlten Stufen setzen derzeit ein individuelles Google-Konto voraus (etwa eine @gmail.com-Adresse); Unterstützung für Enterprise- und Workspace-Konten befindet sich laut Google in aktiver Entwicklung.
Datenschutz
Google erklärt, dass Jules bei privaten Repositories standardmäßig privat arbeitet: Prompts, Diffs und Commits werden nur zur Ausführung der jeweiligen Sitzung verwendet und fließen nicht ins Training der Google-Modelle ein, Daten aus privaten Repos werden also nicht für Training gesendet. Bei öffentlichen Repositories gilt das nicht in gleicher Form — deren Daten können für Training genutzt werden —, sodass die praktische Datenschutz-Garantie davon abhängt, ob das verbundene Repository öffentlich oder privat ist.
Für wen
Für Entwickler:innen und Teams auf GitHub, die klar abgegrenzte, in sich geschlossene Coding-Aufgaben — ein Dependency-Update, einen Bugfix, eine kleine Migration — delegieren und dafür einen prüfbaren Pull Request zurückbekommen wollen, ohne jeden Schritt selbst zu begleiten. Die kostenlose Stufe eignet sich zum Ausprobieren allein, während Pro und Ultra zu Entwickler:innen passen, die ohnehin für Google AI Pro/Ultra zahlen und im Rahmen dieses Abos das höhere tägliche Aufgabenvolumen und die größere Parallelität von Jules nutzen wollen.