Factory ist eine KI-native Plattform für Softwareentwicklung, deren autonome Agenten — intern „Droids" genannt — Aufgaben über den gesamten Entwicklungszyklus hinweg übernehmen, von Codegenerierung über Tests und Code-Reviews bis hin zu Dokumentation und Deployment, statt nur Code in einem Editor zu vervollständigen. Hinter dem Produkt steht das 2023 gegründete, in San Francisco ansässige Unternehmen Factory, gegründet vom Physiker Matan Grinberg und dem Machine-Learning-Forscher Eno Reyes.
Hersteller
Matan Grinberg und Eno Reyes lernten sich bei einem LangChain-Hackathon kennen und gründeten Factory 2023; Grinberg brachte einen physikalischen Forschungshintergrund mit, Reyes Erfahrung mit Sprachmodellen. Im April 2026 sammelte das Unternehmen in einer von Khosla Ventures angeführten Series-C-Runde 150 Millionen US-Dollar ein, an der sich unter anderem Sequoia Capital, Insight Partners, Blackstone und NEA beteiligten — bei einer Bewertung von 1,5 Milliarden US-Dollar. Zum Zeitpunkt der Ankündigung gab Factory an, die Droids würden täglich von Hunderttausenden Entwicklern bei Unternehmen wie Nvidia, Adobe, EY, Morgan Stanley, Palo Alto Networks und Adyen genutzt, bei sechs aufeinanderfolgenden Monaten mit verdoppeltem Umsatz.
Funktionsumfang
- Droids — konfigurierbare KI-Agenten, die sich über die Factory-Desktop-App, die Droid-CLI, ein SDK oder per „Droid Exec" direkt in CI/CD-Pipelines starten lassen.
- Modellunabhängigkeit — Factory bindet sich laut Berichterstattung nicht an ein einzelnes KI-Modell, sondern unterstützt mehrere Foundation-Modelle, darunter Claude und DeepSeek.
- Cloud- und lokale Hintergrund-Agenten, ergänzt durch von Factory verwaltete Remote-Umgebungen namens „Droid Computers" ab dem Plus-Tarif.
- IDE- und Workflow-Integrationen für VS Code, JetBrains und Zed, dazu Anbindungen an Slack und Linear für Triage-Workflows.
- Sicherheitsfunktionen für autonomen Betrieb — „Droid Shield 2.0" zur Erkennung sensibler Geheimnisse sowie ein automatisiertes, STRIDE-basiertes Security-Review.
- Flexible Bereitstellung — als SaaS, hybrid (Cloud-Kontrollebene mit kundeneigener Rechenleistung), vollständig On-Premise oder komplett abgeschottet (Air-Gapped), auf AWS, Azure oder GCP.
Preise
Für Einzelnutzer veröffentlicht Factory Selbstbedienungspreise, Team- und Enterprise-Tarife werden individuell verhandelt:
- Pro — 20 US-Dollar/Monat: plattformübergreifender Zugriff (Desktop-App, Droid-CLI, SDK), Cloud- und lokale Hintergrund-Agenten, Nutzungs-Dashboard.
- Plus — 100 US-Dollar/Monat: rund das Fünffache des in Pro enthaltenen Nutzungsvolumens, plus Zugang zu Droid Computers.
- Max — 200 US-Dollar/Monat: rund das Zehnfache des Pro-Volumens, plus früher Zugriff auf neue Funktionen.
- Business (individuell): bis zu 150 Sitzplätze, SSO mit SAML/SCIM-Provisioning, eine Zero-Data-Retention-Option und Audit-Protokollierung.
- Enterprise (individuell): unbegrenzte Nutzerzahl, dedizierte/partitionierte Rechenkapazität, On-Premise-Deployment, kundenverwaltete Verschlüsselungsschlüssel und ein fester Ansprechpartner.
Einzelplan-Nutzer erhalten zudem ein Freikontingent für eigene API-Schlüssel (Bring-your-own-key), und sobald das inkludierte Nutzungsvolumen aufgebraucht ist, lassen sich vorausbezahlte „Extra Usage"-Guthaben ab 10 US-Dollar nachkaufen. Eine kostenlose Stufe oder Testphase weist die Preisseite nicht aus.
Für wen geeignet
Factory richtet sich an Engineering-Organisationen, die über reine Code-Vervollständigung hinausgehen und Tests, Reviews, Migrationen und weitere Aufgaben des Entwicklungszyklus agentisch automatisieren wollen; die Compliance-Ausstattung — SOC 2, ISO 42001, DSGVO/GDPR und CCPA sowie On-Premise- und Air-Gapped-Optionen — zielt klar auf sicherheitsbewusste und regulierte Unternehmen. Die bislang genannten Kunden (Nvidia, Adobe, EY, Morgan Stanley, Palo Alto Networks, Adyen) sind überwiegend große Organisationen, doch der Pro-Tarif für 20 US-Dollar im Monat bietet auch einzelnen Entwicklern und kleinen Teams einen erschwinglichen Einstieg in dieselbe Agenten-Plattform.