Broadcom ist ein US-Halbleiter- und Infrastruktursoftwarekonzern mit Sitz in Palo Alto, Kalifornien. Das Unternehmen entwirft, entwickelt und liefert ein breites Spektrum an Halbleiter- und Softwareprodukten für Rechenzentren, Netzwerktechnik, Software, Breitband, Drahtlosverbindungen, Speicher und Industrieanwendungen.
KI-Bezug
Broadcom ist auf zwei Wegen zentral für die KI-Infrastruktur. Zum einen entwickelt der Konzern gemeinsam mit großen Cloud-Betreibern kundenspezifische KI-Beschleuniger, sogenannte XPUs oder ASICs. Laut Wikipedia hat Broadcom unter anderem an Googles Tensor Processing Units (TPU) und an Metas Training-and-Inference-Accelerator (MTIA) mitgewirkt und arbeitet inzwischen auch mit OpenAI an einem kundenspezifischen Inferenzchip. Zum anderen liefert Broadcom Netzwerkchips, die den Datenverkehr in KI-Rechenzentren bewältigen. Die Ethernet-Switch-Familie Tomahawk erreichte mit Tomahawk 6 eine Kapazität von 102,4 Tbit/s und kam nach Angaben des Fachmediums The Register bereits 2025 auf den Markt. Für die Vernetzung mehrerer Rechenzentren bietet Broadcom zudem den Ethernet-Fabric-Router Jericho4 an, der laut Network World mehr als eine Million KI-Beschleuniger über mehrere Standorte hinweg verbinden kann, bis zu 36.000 sogenannte HyperPorts mit je 3,2 Tbit/s unterstützt, auf einem 3-Nanometer-Prozess gefertigt wird und die Chipfamilien Tomahawk Ultra sowie Tomahawk 6 ergänzt.
Geschäftsmodell
Broadcom ist historisch durch zahlreiche Übernahmen zu einem breit aufgestellten Konzern gewachsen und berichtet in zwei Segmenten: Semiconductor Solutions und Infrastructure Software. Im Geschäftsjahr 2025 entfielen laut der Finanzmitteilung vom Dezember 2025 rund 36,86 Milliarden US-Dollar, also 58 Prozent des Konzernumsatzes, auf das Halbleitersegment und rund 27,03 Milliarden US-Dollar, also 42 Prozent, auf das Softwaresegment, das im Jahresvergleich um 26 Prozent wuchs. Im Halbleitergeschäft ist Broadcom auch in klassischer Netzwerktechnik, Breitband, Drahtlosverbindungen und Speicherlösungen aktiv. Mit der 2023 abgeschlossenen, rund 69 Milliarden US-Dollar teuren Übernahme des Virtualisierungsanbieters VMware baute der Konzern sein Softwaregeschäft rund um Virtualisierung und Rechenzentren erheblich aus. Diese Kombination sorgt für breit diversifizierte Umsätze.
Kennzahlen
Für das Geschäftsjahr 2025 nennt Wikipedia einen Konzernumsatz von rund 63,89 Milliarden US-Dollar, exakt 63,887 Milliarden, ein Plus von 24 Prozent gegenüber dem Vorjahr, sowie rund 33.000 Beschäftigte. Im gleichen Geschäftsjahr investierte Broadcom rund 10,98 Milliarden US-Dollar nach GAAP in Forschung und Entwicklung. Die auf KI zurückzuführenden Halbleiterumsätze stiegen im vierten Quartal 2025 um 74 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2026 rechnete Vorstandschef Hock Tan mit einer Verdopplung des KI-Halbleiterumsatzes auf rund 8,2 Milliarden US-Dollar. An der Börse überschritt Broadcom im Dezember 2024 erstmals eine Marktkapitalisierung von 1 Billion US-Dollar; laut stockanalysis.com lag der Börsenwert am 13. Juli 2026 bei rund 1,87 Billionen US-Dollar. Die Aktie wird an der Nasdaq unter dem Kürzel AVGO gehandelt.
Marktposition
Im Markt für KI-Beschleuniger dominiert weiterhin Nvidia mit klassischen Grafikprozessoren. Laut einer Analyse von InvestorPlace entfallen derzeit rund 90 bis 95 Prozent der Umsätze mit KI-Beschleunigern auf GPUs und nur etwa 10 bis 20 Prozent auf kundenspezifische XPUs wie die von Broadcom mitentwickelten Chips, ein Anteil, der Prognosen zufolge bis 2030 auf 25 bis 30 Prozent steigen könnte. Bei kundenspezifischen KI-Chips und bei Netzwerksilizium ist Marvell Technology der wichtigste direkte Wettbewerber. Erst im Juni 2026 stellte Marvell mit dem Switch-Chip Teralynx T100, ebenfalls mit 102,4 Tbit/s Kapazität, ein Konkurrenzprodukt zu Tomahawk 6 vor, während Broadcom laut The Register bereits seit 2025 auslieferte. Auch Cisco verfügt laut The Register bereits über vergleichbare KI-Netzwerklösungen in Produktion. Das Geschäft hängt dabei stark von wenigen, aber sehr großen Cloud-Kunden ab.
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